Der neue Schützenkönig der St. Sebastianus Schützenbruderschaft ist Winfried Houben. Alexander Böhl ist neuer Prinz der Bruderschaft.  

Unser neuer Schützenkönig ist Winfried Houben - neuer Prinz ist Alexander Böhl. Im Bild von links nach rechts Pfarrer Hans Schmitz, Manfred Schäfer, Nicole Houben, Winfried Houben, Frank Wolff, Alexander Böhl, Thomas Bordewin und Clemens Stoffels.

Bericht in der Heinsberger Zeitung vom 31.05.2017 / Lokalteil:

Rasantes Tempo vom Siegtreffer bis zur Kirmes

 

Winfried Houben von den St.-Sebastianus-Schützen schießt mit dem 242. Schuss den Vogel ab und hat nur rund eine Woche Zeit zur Vorbereitung Von Anna Petra Thomas

 

Heinsberg-Dremmen. Vogelschuss und dann bei Erfolg gleich in Amt und Würden, das gibt es eigentlich nur beim Bundesfest des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften (BDHS), das in diesem Jahr vom 8. bis 10. September in Heinsberg gefeiert wird. Wobei beim Bundesfest natürlich kein Vogel von der Stange geholt, sondern der Sieger in einem richtigen Schießwettbewerb auf einem Schießstand ermittelt wird. Die Traditionen hiesiger Bruderschaften lassen dem neuen König nach dem Vogelschuss meist ein bisschen Zeit für die Vorbereitung. So wird oft beim Termin der Herbstkirmes schon die Majestät für das kommende Jahr ermittelt, die dann beim Sebastianustag im Januar feierlich in ihr Amt eingeführt wird. Bei der St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft in Dremmen ist das allerdings ganz anders: Sie ermittelt an Christi Himmelfahrt ihren Schützenkönig und schon gut eine Woche später, zu Pfingsten, wird die Kirmes gefeiert.

„Das ist halt so Tradition, und da wird auch nicht dran gerüttelt“, sagt Winfried Houben, Brudermeister der St.-Sebastianus-Schützen, der in diesem Jahr selbst nach 242 Schuss mit dem Kleinkalibergewehr auf dem Dremmener Waidberg der Glückliche war. Seit 1997 gehört er der Bruderschaft an, seit 2012 ist er im Vorstand aktiv. Zunächst war er stellvertretender Kassierer. Im Januar 2016 trat er dann das Amt des Brudermeisters an. „Ich liebe die Tradition des Schützenwesens, und ich liebe es, in einem Verein zu sein, wo Jung und Alt zusammen sind“, sagt er.

Seit 2011, ausgenommen das Jahr 2013, beteiligt sich Houben auch schon am Schießwettkampf, bei dem es gilt, den großen Holzvogel von der Stange zu schießen. „Am Ende ist halt auch das Quäntchen Glück dabei“, sagt er. „Wenn der Holzvogel völlig durchlöchert ist, weiß man halt nie, an welcher Stelle er dann von der Stange fällt.“ Dieses Mal halt beim 242. Schuss, und der kam von Houben, im sechsten Anlauf. Da war natürlich die Freude groß. Auf ihren Schultern trugen die Schützenbrüder die neue Majestät. Und auch seine Frau Nicole, die seit ein paar Jahren als Schützenschwester in der Bruderschaft aktiv ist, freut sich natürlich auf ihr Amt. „Mein Großvater Wilhelm war auch schon Schützenkönig, 1914 bei den Schützen in Rurkempen“, strahlt Houben. Auf der Internetseite dieser Bruderschaft habe er den Eintrag gefunden.

Wer jetzt denkt, dass bei den beiden Stress aufkommt bei nur gut einer Woche Vorbereitungszeit, der irrt. „Das hat Vor- und Nachteile“, erklärt die neue Königin. „So bleibt man halt die ganze Zeit drin, im Feiermodus.“ Der König braucht zwei Begleiter. Aber nach denen muss er in Dremmen gar nicht lange suchen, denn die stehen hier eigentlich immer fest. Auf der einen Seite geht der Brudermeister, in diesem Fall dann Houbens Stellvertreter Clemens Stoffels, auf der anderen Seite der Vorjahreskönig Thomas Bordewin.

In der Bruderschaft gebe es erfahrene Schützenschwestern, die ihr jetzt zur Seite stehen würden, wenn es um die Vorbereitungen fürs große Fest gehe, erklärt Nicole Houben. Schon am Tag nach dem Vogelschuss habe sie zusammen mit ihnen ihre Kleider gekauft, ein Abendkleid für den Samstag und zwei Kleider für die Umzüge am Sonntag und Montag. „Die Blumen sind bestellt, die Termine bei der Friseurin gemacht.“ Mehr verrät sie nicht, denn auch das ist Tradition: Der König weiß bis zum Umzug nicht einmal die Farbe der Kleider.

Hat es in vielen anderen Orten inzwischen Tradition, den Königsbogen mit Papierrosen in der Farbe eines Kleides der Königin zu schmücken, will Nicole Houben auch davon nichts wissen. Nein, auch nicht traditionell rot-weiß oder blau-weiß möchte sie die Rosen am Königsbogen. „Ich möchte bunt!“, sagt sie und hat dafür schon das Krepppapier in Rot, Blau, Gelb und Hellgrün gekauft.

Am Wochenende nun haben die beiden ihre Nachbarn an der Weyresstraße und an der Lütticher Straße besucht und um Unterstützung beim „Kränzen“ gebeten, bei dem seit Montag schon an jedem Abend aus dem Krepppapier kunstvoll kleine Rosen gedreht werden, die dann auf Girlanden befestigt den Königsbogen aus weißem Holz schmücken. Der ist schon fertig und wird vor dem Haus aufgestellt. Andernorts wird auch der Bogen, ein Holzgestell mit Draht, ganz mit kleinen Zweigen von Tannen oder Thujas besteckt, aber das nimmt dann hier doch zu viel Zeit in Anspruch. „Da muss man halt Abstriche machen“, erklärt Houben.

Die Getränke sind auch schon bestellt, denn am kommenden Samstag, 3. Juni, treffen sich alle vom Königspaar geladenen Gäste am Königshaus und werden dort zum Königsball im Festzelt an der Sebastianusstraße zum Königsball abgeholt. Im Festzug mit Trommler- und Pfeifercorps sowie dem Musikverein geht es für den König am Sonntag und Montag früh um 9 Uhr schon zur Messe, an die sich ein Frühschoppen anschließt. „Am Montag kommen die Musiker sogar schon um sechs Uhr zum traditionellen Wecken“, lacht Houben.

Nachmittags gibt es jeweils einen Festzug für die beiden und natürlich auch für Prinz Alexander Böhl und für Bezirksprinz Carsten Rick, eine traditionelle Parade und gleich anschließend einen Kirmesball im Festzelt. Am Montag ist ab 18.30 Uhr die Düsseldorfer Sängerin Annabel Anderson im Festzelt zu Gast. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen der Dremmener Schützen ist frei.

Und dann freuen sich die Houbens natürlich auch schon auf den großen Festzug durch Heinsberg beim Bundesfest im September.


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